ARCHIVES

2016 - 2015


           

Bois peint à l'huile, dimension variable, 2017


























Untitled, D85cm, oil on cotton, 2016 


 

Untitled, D65cm, oil on cotton, 2016 


 
  
Untitled, 82x60cm, oil on cotton, 2016 





Untitled, 109x85cm, oil on cotton, 2016 


 

Untitled, 59x30cm, oil on wood, 2016 





Untitled, 30x40cm, acrylic on canvas, 2016




at Thomas's office:

2016

 2009

2009



Laurence Grave

geboren 1970 in Asnières, Frankreich.



Lebt und arbeitet in Berlin. 2007: Umzug nach Berlin. Begin der Hinwendung zur Malerei. 1997-2002: Schauspielerin, Theater und Film in Frankreich. 1994:  Studium der Theaterwissenschaften, Universität Paris VIII.





Einzelausstellungen



2012
ARRACHAGE, Zweigstelle Galerie, Berlin
2011
Croisée, (mit Ruprecht Dreher), Kartüche Galerie, Berlin
Mit Blick auf den Rest, Zweigstelle Galerie, Berlin
2010
Unbunte Farbe, Krone Galerie, Berlin
2009
Zusammen getrennt, Berlin Art Scouts Galerie, Berlin
Die Unregelmäßige Ordnung, (mit Michel Carmantrand) Saalbau Galerie,  Berlin.


Gruppenausstellungen

2016
ECHOES, Projektraum Bethanien, Berlin
2014
meta2, Leichtheit der Flächen, Zweigstelle Galerie, Berlin
2013
Berlin Art prize, Aqua Carre, Berlin
Interferencje, Centrum Sztuki FORT Sokolnickiego, Warsaw
,,An-Sammlung Campoi“, Pilotprojekt, Düsseldorf
Viktor, Evelyn Drewes galerie, Hambourg
Lux, Sofitel Grand Ducal, Luxembourg
Out of Berlin, Domagk Ateliers, München
Viktor, Zweigstelle Galerie, Berlin
Aktuelle Selbsportraits , Nachbarschaftsgalerie, Berlin
Renaissance der Gesichter,  Friedriestrasse 200, Berlin
2012
Blattformer, Kartüche Galerie, Berlin
2011
Bikini,  (mit Michaël Bause, Detlef Mallwitz) Kunstraum T27, Berlin
2009
International Art Exhibition, Neuköllnimport, Berlin
Nacht und Nebel, Coaching Culture Gallery, Berlin


Art Fair - Award

2012
Preview, Kunstmesse Berlin, mit der Galerie Zweigstelle





 paintings:





Untitled, D55cm, acrylic and oil on canvas, 2016 









Untitled, 41x30cm, acrylic and oil on canvas, 2016




Untitled, 68x50cm, acrylic and oil on canvas, 2016









Erde, D150cm, acrylic and oil on canvas, 2016





Andromède, D130cm, acrylic on canvas, 2016


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a text about the paintings, by Doctor Birgit Szepanski



 Planeten


„Jeweils Monade der Welt, jeweils Welt von Monaden.
Alle wechselseitig ausgedrückt [...], alle innerempfänglich [...],
alle miteinander vermischt und doch unterschieden,
alle Monaden-Welten [...].“1




Ein mit einem breiten Pinsel gezogener balkenförmiger Strich leuchtet in verschiedenen Rottönen: ein Weinrot, Kirschrot und ein helles, fast zartes Rot. Dort, wo viel rote Farbe auf dem Pinsel lag, ist die Farbfläche des Strichs auf der Leinwand dicht und gesättigt. An einer anderen Stelle hingegen ist der Farbauftrag fast transparent und das Weiß der Leinwand scheint wie Licht hindurch. Laurence Graves Malerei hat eine tänzerische Leichtigkeit und Komposition. Zwischen einer zeichnerisch-gestischen Führung des Pinsels und abstrakt-figurativen Formen entsteht eine reizvolle Spannung. Jedes Bild ist zugleich minimalistisch und steckt voller Details. Vor allem lassen Graves Bilder zu, Spuren des Malprozesses zu entdecken. Breite Striche, fragile Linien, geometrische Formen und gestische Flächen überlagern und überschneiden sich und lassen ein räumliches und zeitliches Gefüge von farbigen Elementen entstehen.
In der Malerei „Sirius“, von 2015, bilden der rote balkenförmige Strich und eine blaue Linie, die von grünen Pinselstrichen umwoben wird, Konstanten in einer Komposition aus übereinander laufenden grünen, ockerfarbenen und roten Linien und Feldern, die mal breit und schmal, mal horizontal und vertikal das runde Bildformat durchqueren. War das gelbe Feld in der Bildmitte zuerst da? Schob sich das filigrane rosafarbene Liniengerüst über die anderen Linien und Farbfelder? Liegen den geometrischen Formen Vorbilder wie Architekturen, Gegenstände oder Klangwelten zugrunde?

Die Bilder Graves ermöglichen zahlreiche Assoziationen und stimulieren vor allem eine sinnliche Wahrnehmung von Malerei. Mit wenigen Strichen setzt die Künstlerin eine erste malerische Zeichnung auf die weiß grundierte Leinwand, bevor sie dann das ganze Bild in wenigen Tagen komponiert. Zwischen der Farbigkeit, der gestischen Ausführung und Platzierung der Linien und Flächen entstehen auf dem weißen und offenen Bildfeld der Leinwand variationsreiche räumliche Verhältnisse. Dabei beeinflusst jeder Pinselstrich das bereits Gemalte und auch die Leerstellen wirken auf die ganze Komposition ein. Das Weiß der Leinwand ist dabei gleichzeitig eine Farbe, ein leerer Raum und ein imaginärer dreidimensionaler Raum, in dem die malerische Komposition eingebettet liegt.

Die runden, achteckigen, dreieckigen, ovalen und rautenförmigen Bildformate, die Laurence Grave seit 2013 als Bildformat nutzt, generieren ungewohnte Sichtweisen auf das gemalte Bild. Die Künstlerin unterstützt mit dieser Auswahl von Leinwandformaten ihre figurativ-abstrakten Kompositionen. Bildträger und Bildsujet sind formal gleichwertig, und ein abwechslungsreiches Changieren zwischen Format und Bild entspannt sich. Die ungewöhnlichen Bildformate und Malerei, die sich am Format reibt, rufen während der Betrachtung der Bilder Fragen auf: Wo beginnt die Malerei und wo hört sie auf? Wie verändert ein rundes Bild den Ausstellungsraum, der oftmals ein White Cube ist? Gibt es ein oben und unten, wenn das Bild rund oder mehreckig ist? Mögliche Antworten können je nach Betrachtendem poetische, wahrnehmungspsychologische und kunsthistorische Bedeutungen annehmen. Laurence Graves malerische Haltung ist eine zeitgenössische: Die Konstruktion und die Elemente eines Bildes werden von ihr hinterfragt und lassen dabei einen Spielraum für mögliche Bedeutungen und Variationen zu. Durch ihr vielseitiges Formenrepertoire generiert die Künstlerin kunsthistorische Referenzen und ermöglicht es, über Konzepte der Malerei nachzudenken. Die runden und ovalen Bilder rufen Bildformate der Malerei der Renaissance in Erinnerung, wie bei Boticelli, oder lassen auch an Motive von Spiegeln und Spiegelungen der niederländischen Malerei des 15. Jahrhunderts denken, wie sie bei van Eyck oder Van Meer zu finden sind. Ebenso liegen Assoziationen zu Mondrians und Schwitters geometrischen und asymmetrischen Formen in der Malerei der Moderne des 20. Jahrhunderts nahe. Etwas Wesentliches unterscheidet jedoch Graves Malerei von diesen kunsthistorischen Ähnlichkeiten der Formate, Formen und Motive: Es ist die Suche nach einem malerischen Freiraum im Bild, in dem das Malerische sich entfalten kann.






Mit ihrer Malerei appelliert die Künstlerin an die Wahrnehmung der Betrachtenden, die Einzelheiten wahrzunehmen und mitzuverfolgen, wie das Format und die Komposition im Ausstellungsraum mannigfaltige Verbindungen eingehen. Zudem sensibilisiert Graves Malereiduktus, das Zeitliche beziehungsweise das Prozesshafte von Malerei, wahrzunehmen. In jedem Bild gehen die Variationen und die Bestimmungen eine neuartige Symbiose ein. Graves vorläufige Betitelung der runden Bildformate mit dem Wort ‚Planeten‘, ist eine Metapher, in der auch die mehreckigen und ovalen Formate Einlass finden: Planeten sind schillernde, sich ähnelnde und zugleich solitäre Formen, die von vielen Seiten aus betrachtbar sind und, je nach Standpunkt und Drehwinkel, ihre Farbe und Struktur anders aussehen lassen.

In „Mercure“ beispielsweise, einem runden, großformatigen Bild von 2015, reihen sich, mit wenigen Linien bestückt, mehrere weinrote, gelbe und braune Farbfelder in unregelmäßiger Struktur um den Rand der Leinwand. Der weiße Abstand zum Bildrand, erscheint dabei wie der Saum eines Meeres, das Kontinente, eine zerbrochene Industrielandschaft oder eine Topografie umfassen könnte. Auch in „Orion“, 2015, ist die Hintergrundfarbe – diesmal das Naturbraun einer ungrundierten Leinwand – bestimmend. Ähnlich einer architektonischen Skizze für ein dekonstruktivistisches Bauwerk wechseln sich rechtwinklige und spitzwinklige Linien mit Farbfeldern ab. Einige intensiv leuchtende Farben – ein sattes Gelb, ein helles Türkis und Weinrot – geben dieser Komposition Schwerpunkte und erinnern an Stadtpläne, Texturen oder Landschaften. Bei „Pandore“, 2014, und „Pan“, 2014, verwendet Laurence Grave achteckige Leinwände, die im Miteinander von stufigen Feldern und Linien die Ecken des Bildformats umspielen. Das Weiß der Leinwand und die weiße Wand scheinen bei diesen Bildern beinahe ineinander überzugehen. Eine Wandmalerei, die mit den Ecken des Ausstellungsraumes korrespondieren würde, ist denkbar. Eine Serie mit kleinformatigen, dreieckigen Leinwänden, „o.T.“, aus dem Jahr 2014, setzt die Farbgebungen der großen Leinwandformate nochmal anders fort. In dem kleinen Format erhält jedes Bild charakteristische Merkmale: Eine hauchdünne Linie, ein gemalter Tropfen Farbe, eine geschwungene Linie erhalten Aufmerksamkeit und bekommen einen Bedeutungsstatus, der ähnlich wie charmante Details in einem menschlichen Portrait, den Betrachtenden etwas erzählen. Die ovalen Bilder gleichen am meisten der industriellen Form von Spiegeln. Das Bild „O.t.“, von 2013, mit wenigen grauwässrigen Linien und braungelben Akzenten, ähnelt in seiner Farbgebung und den leer gebliebenen weißen Flächen einer regennassen Straße im Herbstlicht. Ähnlich einem Spiegel scheint das ovale Bild die schillernden Lichtreflexionen dieser Szenerie aufzufangen.


Diese Lebendigkeit in der Vielfältigkeit Graves Bilder lässt sich in einer fotografischen Ansicht ihres Ateliers, von 2014, für die Betrachtenden und Lesenden dieses Textes sehr gut nachvollziehen. An einer Wand hängen zwei großformatige Bilder nebeneinander, ein rundes und ein achteckiges Bild, mit je 130 cm Durchmesser, und auf dem Boden stehend, angelehnt an der selben Wand, sind zwei kleinformatige runde Bilder, mit 30 cm und 55 cm Durchmesser, zu sehen. An der rechts angrenzenden Atelierwand hat die Künstlerin zwei dreieckige Bilder so zusammengehängt, dass eine Rautenform, 24 cm x 40 cm, entsteht. Die Formate und Formen konkurrieren miteinander: Geometrische und figurativ-abstrakte Formen, deckende und durchscheinende Farben lassen abwechslungsreiche Resonanzen entstehen und der Blick der Betrachtenden gerät dabei in eine pendelnde Bewegung. Es entwickelt sich ein Spiel mit der Malerei, aus dem ein visueller Rhythmus hervorgeht, der die Bildformate bei Weitem überschreitet. Auch der Atelierraum gerät in diesem Sehfluss in Bewegung, denn die Bilder beziehen die Ecken, Kanten und das Weiß der Wände in ihr Wechselspiel zwischen Form, Farbe und Leere mit ein. Jedes Bild wirkt jetzt wie ein Bestandteil des anderen: Es kann sich im anderen wiederholen, sich leicht verändert zeigen und in einer fortlaufenden Bewegung alle anderen Formen und Formate durchwandern.

Birgit Szepanski

1Jean Luc-Nancy, „Die Annäherung“, hrsg. von Ignaz Knips, ins Deutsche übersetzt von Joan-Catharine Ritter, Köln 2008, S. 26.



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Mercure, D130cm, oil on canvas, 2015

Cette fois, les bords sont laissés blancs. Il s'agissait de ne pas s'appuyer sur les bords pour créer le dynamisme. L'utilisation de l'huile apporte une intensité à la couleur, les contrastes apparaissent plus nettement, des effacements sont possibles en cours de réalisation, des corrections tout à fait impossibles à l'acrylique. C'est pour cette raison, que je l'utilise si peu. La toile doit être produite en une fois, sèche, définitive, je dirais sans atours. Le blanc de la toile allié à la couleur doit suffire à créer le contraste nécessaire à la profondeur.





Cérès, Acryl auf Leinwand, Durchmesser 150cm, 2015




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Konstruktion, 2015


It's not an object or a sculpture, it is a meaning to use another forms of canvases, but my project is always to speak about painting. How to catch the flatness and the depth of the surface as if it was made in only one mouvement and to obtain enough lightness.






o.T., 55x30x13, acrylic on three canvases, 2016




steps:



Fontane, 100cmx70cm, acrylic on canvas, 2015




Sputnik, 83cmx65cm, cardboard and acrylic on canvas, 2015




untitled, 30x65cm, oil on canvas, 2015



Sacre, acrylic on prepared cardboard, variable size, 2015
 




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